Pressemitteilungen


Interview mit Prof. Gustav Steinhoff

Moderatorin Vera Cordes im Interview mit Prof. Gustav Steinhoff.
Sendedatum: 08.11.2011 20:15 Uhr



"Wir helfen nach, aber steuern nicht" NDR Visite

Stammzell - Therapie nach dem Herzinfakt
Sendedatum: 08.11.2011 20:15 Uhr

Ausschnitt aus Stammzell - Therapie nach dem Herzinfakt "Wir helfen nach, aber steuern nicht"
08.11.2011 | 20:15 Uhr
Autorin: Katja Gundlach



odysso - Stammzelltherapie 31.03.2011

odysso - Stammzelltherapie 31.03.2011 Niederschrift
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Deutschlandfunk: Stammzellen, vermehrt euch

Als Textform zum nachlesen. Von Sigrun Damas
vom 22.03.2011



NDR Reportage: Stammzellen helfen heilen

Wunden: Stammzellen helfen heilen Sendung Visite vom 08.02.2011 20:15 Uhr



WCPRM - 5. bis 7. Oktober 2010 Hannover

Highlights vom 5th World Congress on Preventive & Regenerative Medicine (WCPRM 2010) 5. bis 7. Oktober 2010 Hannover - im Rahmen der Biotechnica

Paradigmenwechsel in der Regenerativen Medizin: Weg vom Labor - hin zur natürlichen Geweberegeneration

Hannover/Berlin, 12. Oktober 2010 –
Ein Schwerpunkt der Biotechnica war der 5. Weltkongress für Präventive und Regenerative Medizin (WCPRM). Experten aus aller Welt diskutierten vom 5. bis 7. Oktober neue Ansätze zur Gewebezüchtung über Anti-Aging-Medizin bis hin zur Stammzelltherapie. Ein Trend wurde offensichtlich: Wissenschaftler setzen immer mehr auf die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers, um Krankheiten zu heilen.

„In der Regenerativen Medizin findet gerade ein Paradigmenwechsel vom „Tissue Engineering“ hin zur „Tissue Regeneration“ statt ", sagte Prof. Dr. Hans-Günther Machens, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie; Klinikum rechts der Isar in München am Dienstag in Hannover. Noch steht die vollständige endogene Geweberegeneration am Anfang ihrer Entwicklung, doch auf dem WCPRM wurden erste beeindruckende Beispiele der Tissue Regeneration bei Knochendefekten, Hautverbrennungen, chronischen Wunden und beim diabetischen Fuß vorgestellt.

Wissenschaftler wissen heute zunehmend, welche biologischen und physiologischen Mechanismen Wunden dazu bringen, sich zu schließen.Diese Initiatorsituation nutzen sie, um auch große Defekte, die nicht von alleine heilen, zur Regeneration zu führen. Prof. Dr. Augustinus Bader,Professor für Zelltechnologie an der Universität Leipzig und Kongresspräsident des WCPRM, nennt es das „bionische Prinzip“. Dieses geht davon aus, dass der Körper bei der Wundheilung ein genau festgelegtes Programm abspielt. Bei großen Defekten aber kann der Körper das Programm nicht starten. In ersten Heilversuchen konnten Bader und weitere deutsche Mediziner zeigen, dass man mit Hilfe von Stammzellen und Wachstumsfaktoren das körpereigene „Regenerationsprogramm“ aktivieren kann.

Derzeit wird der neue Ansatz als intraoperative autologe Stammzelltherapie in erste konkrete Anwendungen am Herzen überführt. Die biologische Regeneration von Herzmuskel, Herzklappen oder des kardialen Gefäßsystems könne eine völlig neue Dimension in der Behandlung von Patienten mit Herzerkrankungen eröffnen, betonten die Experten in Hannover.

Wundheilung und Verbrennungen: Narbenfreies Gewebe innerhalb kürzester Zeit

Unterdessen hat sich das neue Verfahren bei Patienten mit chronischen Wunden in der klinischen Praxis bereits bewährt. Prof. Hans-Günter Machens konnte in seiner Klinik mehr als ein Dutzend Patienten von chronischen Wunden heilen. Zur ortsspezifischen Wundheilung bringt Machens u. a. Erythropoetin (EPO) in die Wunde ein. Das als „Radfahrerdroge“ bekannte Glykoprotein-Hormon ist ein Wachstumsfaktor, der in Form eines Hydrogels aufgetragen wird. Nach etwa zehn Wochen waren selbst handgroße Defekte, die über Jahre nicht geheilt waren, vollständig geschlossen.

Auch bei Verbrennungen hat Machens die Protein/Matrix-basierte Therapie mit EPO schon erfolgreich angewendet. Der Chirurg aus Schwabing hat vor kurzem ein zweijähriges Mädchen mit Verbrennungen dritten Grades an beiden Füßen vor einer Hauttransplantation bewahrt. Zweimal hat er das Hydrogel topisch appliziert, nach 14 Tagen war die Haut narbenfrei geheilt. „Dieser Erfolg basiert auf dem Prinzip der körpereigenen Wundheilung“, erklärte Machens, der die Ergebnisse jetzt wissenschaftlich evaluieren will. Zwei Studien zur lokalen EPO-Therapie bei diabetischen Wunden und bei Verbrennungen laufen 2011 an.

Der diabetische Fuß: Heilung statt Amputation

Einen weiterführenden Mechanismus nutzen die Diabetologen Dr. Gernot Storm und Dr. Hans-Jürgen Hollmann vom Ärztezentrum Immensen zur Heilung einer der schwersten Folgen von Diabetes mellitus: den diabetischen Fuß. Bei dieser Therapie werden körpereigene Stammzellen aus dem Blut des Patienten entnommen, isoliert und auf einer Matrix in die Wunde eingebracht. Auf dem WCPRM stellte Storm das Beispiel eines 53-jährigen Diabetikers mit diabtischem Fuß auf beiden Seiten vor. Als der Patient im Februar zu ihm kam, hatte er schon einen Termin zur Amputation. „Beide tennisballgroßen Wunden waren mit MRSA infiziert, der Knochen war sogar schon verfault“, berichtete Storm. Zunächst habe er die Nekrosen beseitigt – dann den Patienten zweimal wöchentlich therapiert. „Heute, nach fünf Monaten, sind die Wunden zugeheilt und der Mann will bald wieder arbeiten gehen“, freute sich Storm. Der stammzellbasierte Ansatz soll demnächst europaweit an etwa 1.000 Patienten in einer multizentrischen Studie getestet werden.

Kieferknochenaufbau: Vom Reparaturbetrieb zur biologischen Regeneration

Eine in-vivo-Stammzelltherapie wurde auch schon zum Kieferknochenaufbau eingesetzt. Prof. Dr. Jörg Wiltfang, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, hat im Rahmen einer Studie bereits 20 Patienten auf diese Weise behandelt und berichtete auf dem WCPRM von sehr guten klinischen Ergebnissen: „Die Knochendichte und die Resorption war bei den mit körpereigenen Stammzellen behandelten Patienten deutlich besser als bei den Patienten in der Vergleichsgruppe, die einen konventionellem Knochenersatz erhalten hatten“, berichtete Wiltfang. „Zudem hatten die Patienten nicht unter den Nebenwirkungen einer Knochenspende zu leiden.“ Aber für eine breite Anwendung sei das Verfahren momentan noch viel zu teuer.

In anderen Bereichen ist es genau umgekehrt. Im Vergleich zum konventionellen Tissue Engineering ist das neue Verfahren deutlich preiswerter, weil es standardisierbar ist und im Prinzip in jeder Praxis angewendet werden kann. Die neue Anwendungstechnologie habe das Potenzial, eine „soziale“ Technologie“ zu werden, meinte Augustinus Bader auf dem WCPRM.

Biologische Verfahren für kardiovaskuläre Erkrankungen

Die neue Technologie setzt den Trend zur „Biologisierung“ von Materialien und Implantaten fort. Hohe Erwartungen sind etwa an den biologischen Herzklappenersatz gerichtet. Zusammen mit der Bionicor Innovations GmbH entwickelt Zellforscher Bader derzeit ein biologisches Komplettverfahren, das künftig den künstlichen Herzklappenersatz überflüssig machen soll. „Biologischer Gewebsersatz am Herzen bringt enorme Vorteile für die Patienten, vor allem ein deutlich reduziertes Hygienerisiko“, erklärte Robert Schrödel, Geschäftsführer der Bionicor Innovations GmbH. In der Forschungs- und Entwicklungspipeline des Unternehmens befinden sich außerdem stammzellbasierte Therapien zur Behandlung von Herzschwäche, Herzmuskelerkrankungen und Gefäßersatz.


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